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Wenn Mama krank wird und Kinder plötzlich pflegen

Eine junge Frau erzählt die Geschichte ihrer Familie, einer starken Familie, die schwere Zeiten durchstehen musste. superhands kann helfen!

Martina war 17 Jahre alt, als ihre Mutter an ALS erkrankte. ALS ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems, bei der nach und nach Nervenzellen, die für den Bewegungsapparat zuständig sind, zugrunde gehen. Anfangs nuschelte Martinas Mutter nur, bald konnte sie nicht mehr sprechen und musste ihren Beruf als Ordinationsgehilfin aufgeben. Martina begann damals die Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin. „Ich fühlte mich verantwortlich, mich um sie zu kümmern. Es waren Spritzen zu geben, sie musste aufs WC begleitet werden und dann brauchte sie auch schon eine Ernährungssonde“, erzählt Martina K.

Schleichend wurde der Zustand ihrer Mutter schlechter und schlechter. Die Familie besorgte Hilfsmittel, wie Rollstuhl, Pflegebett, Leibstuhl und später einen Computer für die Augensteuerung, mit dem die Mutter sich verständlich machen konnte.

Die Familie übernahm die Pflege

Da die Mutter zu Hause bei der Familie bleiben wollte, sorgten sich Martina, ihre beiden Brüder (20 und 11 Jahre alt) und ihr Vater um sie. Die Familie machte fast alles alleine. „Warum, weiß ich nicht. Heute würde ich vieles anders machen“, stellt Martina fest. Freundschaften gingen kaputt, weil Martina keine Zeit mehr hatte. Auch zu Besuch kam kaum mehr jemand. Die Familie war auf sich alleine gestellt.
Der Zustand der Mutter wurde immer schlechter. Martina hat trotzdem ihre Ausbildung beendet und war auf der Intensivstation in einem Krankenhaus tätig. Oft war ihre Mutter auch ihre Patientin.

„Ich musste Tochter und Krankenschwester zugleich sein. Für mich eine sehr schwierige Aufgabe“, erzählt die diplomierte Krankenpflegerin.

Fünf Jahre nach Ausbruch der Krankheit musste die Mutter künstliche beatmet werden und wurde daher ins Krankenhaus gebracht, wo sie wenige Tage später verstarb. Nach ihrem Tod ging die Familie in einen Alltag ohne Mutter über. „Wir beherrschten die Verdrängungtaktik perfekt“, sagt Martina.

Mein kleiner Bruder ist „untergegangen“

Martina übernahm für ihren kleinen Bruder die Mutterrolle und kümmerte sich so gut es ging um ihn. Er hat damals alles hautnah miterlebt, ohne Unterstützung und Hilfe von außen. „Es war "egal", ob er die Hausaufgaben machte oder nicht. Es war "egal", dass er stundenlang vor dem PC saß“, bedauert Martina. Alle Energie und Zeit wurde in die Pflege der Mutter investiert. Auch nach ihrem Tod bekam er keine Unterstützung. Als Erwachsener wechselte er öfter die Arbeitsstelle, war viel unterwegs und feierte gerne ausgiebig. Im Sommer 2015 fand er eine neue Arbeitsstelle, die ihm gut tat. Es schien sich nun alles besser zu werden, als er im Herbst bei einem Autounfall ums Leben kam.

„Ich weiß heute, dass es mir sehr geholfen hätte, und vermutlich auch meinen Geschwistern, hätten wir damals jemanden wie superhands zur Unterstützung an unserer Seite gehabt“, sagt Martina K.

Sie selbst hat durch eine zusätzliche Ausbildung in der Physiotherapie einen Weg gefunden, das Erlebte ein wenig zu verarbeiten. Inzwischen hat Martina eine eigene kleine Familie.


43.000 Kinder und Jugendliche in Österreich kümmern sich um ein krankes Familienmitglied. Hilfe holen ist keine Schande! superhands ist für dich da, auch zu den Weihnachtsfeiertagen!
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