Frauenherzen ticken anders
Stell dir vor: Eine Frau ist plötzlich sehr müde, ihr ist schwindelig und sie fühlt sich leicht übel. Woran könnte das liegen? An Stress? Oder daran, dass sie viel zu arbeitet? Dass ihr Herz Probleme macht, denkt dabei kaum jemand. Genau darin liegt die Gefahr. Häufig werden Herzprobleme bei Frauen übersehen. Viele Frauen sterben deswegen.
Nur ein Drittel der Frauen hat die typischen Brustschmerzen. Viele spüren andere Dinge: Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen, Schmerzen im Kiefer oder Hals oder starke Müdigkeit. Diese Beschwerden werden oft nicht ernst genommen – nicht einmal von Ärzt:innen.
„Frauen kommen bei einem Herzinfarkt im Durchschnitt eine Stunde später in die Klinik als Männer. Aber bei Herzproblemen zählt jede Minute“, erklärt Judith Egger, stv. Chefärztin bei den Johannitern Tirol und Notärztin in Ausbildung.
Im Notfall kann schnelles Handeln Leben retten.
Wer die Warnsignale kennt und weiß, was zu tun ist, kann das Leben einer Mutter, Schwester, Freundin oder Kollegin retten. Bei Frauen sind die Symptome und Risikofaktoren anders – und genau das wollen wir am Weltfrauentag am 8. März zeigen.
Erste Hilfe ist wie ein Sporttraining
Wenn man regelmäßig übt, sitzt das Wissen im Ernstfall sofort. Wer Bescheid weiß, zögert nicht – und genau das kann Leben retten. Daher ist es ratsam, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen.
Hör auf dein Herz – und achte auch auf die Herzen der Frauen in deinem Leben. Im Notfall kann genau das den Unterschied machen.
Du oder deine Familie möchte Erste Hilfe lernen? Hier geht es zu den Erste-Hilfe-Kursterminen!
Du möchtest vorab schon mal wissen, wie man helfen kann? Hier findest du Tipps zum Notfallcheck und zur Wiederbelebung.
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Frauenherzen ticken anders – das solltest du wissen
- Viele Herzrisiken betreffen Männer und Frauen, z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht.
- Bei Frauen wirken Bluthochdruck und Diabetes oft stärker.
- Spezielle Risiken bei Frauen: Probleme in der Schwangerschaft, Früh- oder Fehlgeburten, Wechseljahre, Probleme beim Schwangerwerden.
- Herzkrankheiten in der Familie erhöhen das Risiko.
- Frauen sind bei Herzinfarkt oft älter als Männer, wenn es ernst wird.
- Rauchen, Stress, ungesunde Ernährung und wenig Bewegung sind schlecht – besonders gefährlich bei Frauen zusammen mit bestimmten Verhütungsmitteln.



