Vorsicht bei Kontakten aus dem Netz


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Weil du dich um ein krankes Familienmitglied kümmerst und auch sonst zu Hause oft mithelfen musst, hast du nicht viel Zeit deine Freunde und Freundinnen zu treffen? Du verbringst viel Zeit online und chattest dort gerne auch mit Leuten, die du nicht offline kennst? Leider weiß man bei Profilen im Netz nie genau, wer dahinter steckt. Wir verraten dir, worauf du achten solltest.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten neue Kontakte zu knüpfen, egal ob bei Onlinespielen oder über soziale Netzwerke. So können Freundschaften auch online und über Landesgrenzen hinaus entstehen. Doch leider steckt hinter einem Profil nicht immer die Person, für die sie sich ausgibt. Auch Kriminelle nutzen das Internet, um unter falscher Identität Kontakte zu knüpfen. Wenn Erwachsene online sexuelle Kontakte mit Kindern und Jugendlichen suchen, nennt man das Cyber-Grooming. Erwachsene geben sich dabei als Jugendliche oder junge Erwachsene aus und versuchen das Vertrauen ihrer Online-Kontakte zu gewinnen. Sie verfolgen aber das Ziel, die Kinder und Jugendlichen online sexuell zu belästigen. Der Täter oder die Täterin versucht zuerst Vertrauen zu den Kindern oder Jugendlichen aufzubauen. Sie täuschen Gemeinsamkeiten vor oder zeigen Verständnis für Probleme. So werden sie zu wichtigen Ansprechpersonen. Auch Liebe und Sex ist häufig ein Thema, sie fragen nach Aussehen, sexuellen Erfahrungen und Fantasien. Ist das Vertrauen erst einmal gewonnen, fordern sie die Kinder oder Jugendlichen auf freizügige Fotos von sich zu schicken oder sich vor der Webcam auszuziehen. In manchen Fällen drängen der Täter oder die Täterin auch zu einem realen Treffen.

Die Täterinnen und Täter gehen sehr geschickt vor, oft verhalten sie sich über lange Zeit unauffällig. Deshalb ist es wichtig vorsichtig zu sein, wenn man mit Personen in Kontakt ist, die man im realen Leben nicht kennt. Cyber-Grooming kann in sozialen Netzwerken, wie Facebook und Instagram, bei Messenger-Diensten wie WhatsApp oder in Spielenetzwerken stattfinden. Wann immer du dich in solchen bewegst, solltest du aufmerksam sein und auf diese Warnsignale achten, um mögliche falsche Identitäten zu erkennen:

  • Du kennst jemanden erst seit kurzem, aber er/sie tut so, als wärt ihr schon über lange Zeit befreundet.
  • Jemand macht auffällig viele Komplimente, versucht sich bei dir einzuschleimen.
  •   Die Person interessiert sich sehr bald nach eurem Kennenlernen für dein soziales Umfeld. Manchmal wird auch sehr direkt nach der Telefonnummer, deinem richtigen Namen, deiner Adresse oder Schule etc. gefragt. Achte darauf, was du mit Bekanntschaften in Apps wie Snap-Chat oder WhatsApp teilst!
  • Wenn sich jemand besonders für deine Probleme interessiert, er/sie besonders verständnisvoll ist. So wird, Vertrauen aufgebaut, um es dann auszunützen.
  • Du solltest auch vorsichtig sein, wenn jemand möchte, dass du über euren Chatkontakt mit niemand anderen sprichst.
  • Wenn deine Online-Bekanntschaft angeblich jugendlich ist, aber keine gängige Jugendsprache verwendet oder sich bei aktuellen Jugendthemen, wie Bands und Influencern oder Influencerinnen nicht auskennt.

Bei Kontakten aus dem Netz solltest du immer vorsichtig sein und auf deine Privatsphäre achten. Wenn dir eine Online-Bekanntschaft besonders sympathisch ist, versuche herauszufinden, ob die Person wirklich diejenige ist, für die sie sich ausgibt. Diese Tipps können dir dabei helfen:

  • Gibt es in sozialen Netzwerken Fotos mit Freunden oder Freundinnen auf denen er/sie markiert ist. Bei Profilen ganz ohne Fotos sollest du generell skeptisch sein.
  • Verlange ein spezielles Foto, das man nicht einfach so schon auf dem Handy gespeichert hat, sondern extra anfertigen muss. Zum Beispiel ein Foto der Person mit einem Blatt Papier auf dem ein bestimmtes Wort steht. Erhältst du das Foto erst nach längerer Zeit, könnte mit Programmen wie Photoshop getrickst worden sein.
  • Stelle Fragen über die aktuelle Musikszene oder Modetrends. Das kann helfen, herauszufinden, ob das angegebene Alter stimmt. 

Wenn du den Verdacht hast von Cyber-Grooming betroffen zu sein oder du deinem Online-Kontakt mehr über dich verraten hast, als du wolltest, sprich mit jemandem darüber und hole dir Hilfe. Wichtig ist, du brauchst dich nicht zu schämen, wenn du auf ein falsches Profil hereingefallen bist. Schuld ist immer der- oder diejenige, die online Kontakt aufnimmt. Nach österreichischem Recht ist Cyber-Grooming strafbar. Das heißt gegen den Täter oder die Täterin kann Anzeige erstattet werden.

An diese Anlaufstellen kannst du dich wenden:

Rat auf Draht

die Möwe

Opfer-Notruf