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Eltern pflegen ist kein Kinderspiel. superhands hilft!

superhands macht mit einer neuen Kampagne auf die Situation von 43.000 Kindern und Jugendlichen aufmerksam und bietet pflegenden Teenagern kostenlose Hilfe.

„Eltern pflegen ist kein Kinderspiel“ lautet der Claim der Kampagne mit dem superhands einmal mehr auf die Situation der pflegenden Kinder und Jugendlichen aufmerksam macht. Ab 22. Mai wird ein von Studenten der Werbeakademie Wien kreierter TV-Spot für superhands im ORF ausgestrahlt. Neben dem TV-Spot haben die jungen Kreativen einen Radiospot sowie ein Plakatsujet entwickelt.

43.000  Kinder und Jugendliche pflegen ein Familienmitglied und werden mit den Sorgen, der Belastung und Verantwortung vielfach alleine gelassen. „ superhands bietet Hilfe und Rat, Kostenlos und anonym. Ziel ist es, die Teenager durch Information und Beratung von ihrem Pflegealltag zu entlasten“, so Anneliese Gottwald, Pflegedienstleiterin der Johanniter, die das Hilfsangebot superhands 2012 ins Leben gerufen hat.

Rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen, sogar Kindern, gepflegt. Diese Familien benötigen flexible Pflegeangebote und Soziale Dienste, die sie sich leisten können. Derzeit reicht das Pflegegeld häufig nicht dafür aus. „Die Kampagne soll einerseits auf das Hilfsangebot superhands aufmerksam machen, andererseits ins Bewusstsein rufen, dass ohne Spenden und Fördergelder Hilfsangebote wie superhands gefährdet sind“, betont Johanniter-Präsident DI Johannes Bucher.

www.superhands.at ist ein Projekt der Johanniter in Kooperation mit der Diakonie. superhands bietet Hilfe und Rat für Kinder und Jugendliche, die Angehörige pflegen, kostenlos und auf Wunsch auch anonym. superhands ist das erste österreichweite Hilfsangebot, das gemeinsam nach Lösungen sucht, um Teenager von ihrem Pflegealltag zu entlasten!

Der TV Spot wurde in Zusammenarbeit mit Studenten der Werbeakademie Wien produziert, die nach erfolgreichem Abschluss die Agentur Smiling Dental Productions gründeten. Diese zeichnet für die Radio-Spots und das Plakatsujet verantwortlich.

Die Kampagne umfasst TV, Hörfunk, Plakat und konnte dank der kostenfreien Unterstützung von ORF, Infoscreen, Radio Energy und YoungEnterprises umgesetzt werden.


Fotos für die Medienarbeit finden Sie unter Fotodownload.
Hier finden Sie die Pressemeldung zum downloaden.

43.000 superhands in Österreich

superhands wurde im Oktober 2012 gestartet, um pflegenden Kindern und Jugendlichen zu helfen und sie von ihrer Pflegeverantwortung zu entlasten. Es ist das erste niederschwellige und österreichweite Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche, die zuhause Angehörige pflegen. "Young Carers", wie Betroffene in der Fachsprache bezeichnet werden, sind eine schwer erreichbare Zielgruppe, weil sie in der Anonymität leben. Laut österreichweiter Studie sind davon 42.700 Kinder und Jugendliche betroffen. Bei superhands finden sie altersgerechte Informationen über Krankheiten, Pflegetätigkeiten und Erste-Hilfe-Tipps für den Notfall. Sie können sich Rat und Hilfe bei Fragen zu Pflegegeld, Pflegehilfsmittel, Pflegenotdienste und weiteren Anlaufstellen holen.

Derzeit wird das Projekt zum größten Teil durch Spenden der Johanniter und durch Teilförderungen des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz finanziert.

Weitere Bilder finden Sie im Fotodownload.

 

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Der TV-Spot zur Kampagne "Eltern pflegen ist kein Kinderspiel. superhands hilft!"

Was ist superhands?

superhands ist ein Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche, die Angehörige pflegen.

Unter www.superhands.at finden Interessierte und Betroffene altersgerecht aufbereitete Informationen über Krankheiten, Pflege und Hilfe. Anhand von Kurzfilmen wird gezeigt, wie Kinder einen Verband anlegen, Pulsmessen, bei der Körperpflege helfen oder die Bettunterlage wechseln. Erste-Hilfe-Tipps sind in Form von Fotogeschichten aufbereitet.

Die superhands -Website informiert über Pflegegeld, Pflegehilfsmittel, Pflegenotdienste und gibt Hinweise zu verschiedensten Anlaufstellen. Den Rechten der Kinder, Patientinnen und Patienten wird ebenso inhaltlich Platz gegeben. Besonders wichtig sind die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten. www.superhands.at will informieren, entlasten, unterstützen, beraten und vernetzen. Ziel des Projektes ist es, für Kinder und Jugendliche eine interaktive Plattform zu schaffen, auf der sie Informationen erhalten und sich untereinander austauschen bzw. vernetzen können. Zudem soll ihnen signalisiert werden, dass sie mit ihrer Situation nicht alleine sind und es Unterstützung von außen gibt.

Es wurde eine gebührenfreien Telefonhotline eingerichtet. DGKS Anneliese Gottwald, Initiatorin von superhands, ist jeden Montag und Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr erreichbar und berät oder beantwortet Fragen rund um die Pflege. Im Bedarfsfall werden Betroffene an andere Hilfseinrichtungen mit entsprechenden Unterstützungsmöglichkeiten weitergeleitet. Zusätzlich möchte superhands sichtbar machen, was Kinder in dieser besonderen Situation leisten (müssen).

Lehr- und Betreuerpersonal soll sensibilisiert werden, um Verständnis für die Situation der Kinder und Jugendlichen aufzubringen, Hilfe zu suchen oder zu leisten und die Betroffenen unterstützen zu können.

Finanziert aus Privatsponsoring

Derzeit wird superhands dank der Unterstützung der Diakonie Österreich im Bereich der Unternehmenskooperation durch private Quellen finanziert. Unter anderen hat sich SAP Österreich für diese gemeinnützige Initiative eingesetzt. „Es war uns ein großes Anliegen dieses Projekt finanziell zu unterstützen, da die pflegenden Kinder und Jugendlichen dringend Unterstützung und Begleitung in dieser schwierigen Situation benötigen“, so Gerhard Zeiner, Geschäftsführer von SAP Österreich.

„Die langfristige Finanzierung zur Betreuung der Homepage, der online-Beratung und der Telefonhotline ist jedoch ungewiss. Auch für die zukünftigen Ausbaustufen fehlen uns noch finanzielle Mittel, daher werden noch weitere Sponsoren gesucht“, hofft Johanniter-Präsident Johannes Bucher, weitere Unterstützer zu finden. Bis dahin werden die Leistungen aus Spendenmitteln der Johanniter abgedeckt.

Entlastung für pflegende Angehörige ist nötig

Dass auch Kinder und Jugendliche in die Pflege eingebunden werden, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Unterstützungsangebote für die mobile Pflege nicht ausreichen. Zwar läuft derzeit noch die Strukturreform „Pflege“, die bis Ende 2012 Vorschläge für eine Verbesserung vorlegen soll.  „Seitens der Diakonie sehen wir aber den großen Wurf noch nicht, denn wir brauchen leistbare Angebote wie Kinderentlastungsdienste, Akutpflegedienste, mobile Dienste, Hauskrankenpflege, Kurzzeitpflege, die flächendeckend und rund um die Uhr angeboten werden“, mahnt Diakonie-Direktor Michael Chalupka. Gerade dieser Lückenschluss würde eine höhere Lebensqualität für Betroffene bedeuten und eine Entlastung für Angehörige ermöglichen.


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Wussten Sie, dass

in Österreich 43.000 Kinder und Jugendliche ein Familienmitglied pflegen. Dies ergab eine erstmals durchgeführte repräsentative Studie der Universität Wien am Institut der Pflegewissenschaften im Auftrag des Österreichischen Sozialministeriums. Diese jungen Menschen unterstützen ihre kranken Eltern, Großeltern oder Geschwister bei der Körperpflege, beim Anziehen, bei Arztbesuchen, beim Transfer in den Rollstuhl, im Haushalt, beim Kochen, und vielem mehr.

Diese Kinder und Jugendlichen mussten mit den Erfahrungen, die sie täglich machen, bislang alleine klar kommen. Nur für Kinder psychisch erkrankter Eltern gibt es einige Initiativen sowohl auf lokaler als auch auf EU-Ebene. Aber für die gesamte Zielgruppe der pflegenden Kinder und Jugendlichen - unabhängig von der Erkrankung - existierten bislang keine Hilfsangebote in Österreich.

Daher haben die Johanniter im Oktober 2012 superhands als erste Anlaufstelle für pflegende Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen, um diese zu beraten, unterstützen und zu entlasten.


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Presseanfragen

Mag. Claudia Desbalmes, MA

Johanniter-Unfall-Hilfe

Tel: 01 470 70 30 -5715

 

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